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Analyse über soziales Engagement am Beispiel des Unternehmens Kärcher

Schade dass man die vielen sozialen Aktivitäten der Firma Kärcher auf der Webseite erst nach längerem Suchen findet. unter dem Menüpunkt „Inside Kärcher.“ Inwiefern die Rubrik „Marketing-Partner“ unter den Oberbegriff Sponsoring passt ist mir auch nicht ganz klar. Schaut man jetzt bei den einzelnen Marketing-Partnern nach, dann findet man bei Haro unter dem Begriff „Kooperationen“ das Pendant Kärcher. Im Shop von von Procato gibt es die Reinigungsmaschinen von Kärcher zu kaufen, somit wäre auch hier die „Marketing-Partnerschaft“ direkt ausgewiesen.


Marketing-Partner


Bei der Kooperation mit ADAC  wird den Kärcher Kunden einen prozentigen Rabatt gewährt. Beim Beim „European Cleaning Journal“ finde ich keinerlei Hinweis für eine gegenseitige ausgewiesene Marketing-Partnerschaft mit Kärcher und auch beim BHB finde ich weder unter Handels- noch unter Fördermitgliedern einen Hinweis auf das Unternehmen Kärcher. Lediglich im „BHB Almanach“ (von 2014!) wird auf die Gewinner des Kundenservicepreises, zu denen auch Kärcher gehört, hingewiesen.


Kultursponsoring und Sportsponsoring


Doch Marketing-Partner ist erst die dritte Rubrik unter „Sponsoring“  Die ersten beiden treffen dann den Begriff des Sponsorings dann perfekt: Kultursponsoring und Sportsponsoring.

Weltweit kompetent


Unter dem Begriff des Kultursponsorings hat sich Kärcher etwas ganz besonderes einfallen lassen um einerseits seinem Ruf als globales Unternehmen zu unterstreichen und gleichzeitig die Kompetenz als ausgewiesene „Saubermänner“ zu unterstreichen, nicht umsonst hat das Wort „kärchern“ in den Duden Einzug gehalten. Kärcher gehört zudem sicherlich zu den bekanntesten und wertvollsten Deutschen Brands.


Auf fünf Kontinenten aktiv


Kärcher stellt hier weniger die Bereitstellung von finanziellen Mitteln in den Vordergrund. Daran denkt man ja beim Begriff "Sponsoring" zuerst, sondern überwiegend, wie im Buch "Unternehmen im öffentlichen Raum" beschrieben, soziales, intellektuelles und organisatorisches Kapital.


So gibt es Reinigungsaktionen auf allen fünf Kontinenten. Es handelte sich bei den Objekten entweder um  Kulturdenkmäler, solche die es mal werden sollten und auch technische Bauten, die markante, moderne „Landmarks“ darstellen. Das Wort Kultursponsoring hat bei manchen der Projekte sogar eine doppelte Bedeutung. Nicht nur,  dass die Reinigungsaktionen von Kärcher  die Bauten und Kulturdenkmäler wieder gut aussehen, fast in ihren Neuzustand zurückgeführt werden  und durch das Reinigen die Objekte zum Erhalt beitragen (Moos, Algen, Feinstaub und aggressive Stoffe in der Luft, die die Bausubstanz angreifen werden entfernt).  


Kunst ist vergänglich


Mehrere Reinigungsaktionen sind geradezu Kunstprojekte in sich,da Kärcher hier mit dm Reverse-Graffiti-Künstler Klaus Dauven zusammenarbeitet, der bei den Säuberungen eng mit der Kärcher Mannschaft (der Einsatz von Mitarbeitern, beziehungsweise ihre Freistellung für sozialen Einsatz findet auch bei  Isabell Matthes Erwähnung)  vor Ort zusammenarbeitet, und ähnlich einem Scherenschnitt überdimensionale Kunstwerke entstehen lässt, indem eine Zeichnung aus der Schmutzschicht so herausgearbeitet wird, dass figürliche Darstellungen entstehen. So bei der Talsperre Eibenstock  oder beim Freilichttheater Leinfelden Echterdingen.



Zwei Wermutstropfen beim Eigenversuch


Eigenversuch: Bei Google nach Begriffen wie „Ericsson Globe - Stockholm, Schweden Kärcher“ oder: „Freilichttheater – Leinfelden-Echterdingen Kärcher“ gesucht. Dabei habe ich nur sehr wenige anerkennende Berichte und Artikel lesen können, was für mich heißt, dass die Aktionen nur wenig Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit fanden. Dies im Gegensatz zum Projekt „Karls- und Hubertuskapelle des Aachener Dom.“  


Wer Gutes tut, über den sollte man reden


Vielleicht lag die offensichtlich bessere PR auch an dem Umstand dass einerseits Kärcher seine Kompetenz mit der Unesco gebündelt hat und das Projekt so auf einem besonderen Level angesiedelt war und andererseits sich 14 Welterbestätte um die „Kärcher Säuberungsaktion“ beworben haben und nur die Hubertuskapelle des Aachener Doms den Zuschlag bekam. Das motiviert natürlich alle Beteiligte das meiste aus dem Projekt zu machen und selbst einer Non Profitorganisation wie dem Karlsverein Dombauverein Aachen steht es nicht schlecht als Gewinner einer Bewerbung mit einem Weltunternehmen wie Kärcher in Bezug gebracht zu werden.


Sportsponsoring


Die zweite Headline auf der Sponsoring Seite der Kärcher Homepage: Sportsponsoring. Hier sind Vereine und Institutionen aufgeführt wie der VFB Stuttgart (die 2016 in die 2. Bundesliga abgestiegen sind), den Handball Bundesligisten TVB 1898 Stuttgart, der SG Sonnenhof Großaspach e.V. , den SC Freiburg, die Rallye Dakar und den ADAC GT Masters.


Reinigungsanlagen mit besonders leistungsfähigen Hochdruckreinigern sowie Nass-/ Trockensaugern aus der Profi-Serie an zwei Biwaks in Argentinien und Bolivien bereitstellen.

Kärcher-Hochdruckreiniger sparen bis zu 80 Prozent Frischwasser im Vergleich zu herkömmlichen Wäschen mit dem Schlauch. Das verbrauchte Wasser an den Stationen wird wieder aufgefangen und recycelt.


Contra Kultursponsoring


Ich tue mich ehrlicherweise, frank und frei gesagt, schwer mit "Sponsoring"  insbesondere dann wenn auf einer Unternehmensseite nur auf zwei Formen Bezug genommen wird. In diesem Fall einerseits das "Kultursponsoring" - bei dem ein privates Unternehmen Aufgaben übernimmt die eigentlich in die Obhut eines Landes gehören, zumal es sich meist um eher wohlhabende Länder geht, die selbst die Kosten aufbringen könnten, ihre Liegenschaften auf die Reihe zu bringen und für die Nachwelt zu erhalten. Auch marketingtechnisch sind solche Projekte oft sehr schlecht verwertbar, zumal kaum öffentlich Dankbarkeit von staatlichen Stellen ausreichend ausgesprochen wird.  Die Projekte des Kärcher Kultursponsorings sind zwar teilweise recht spektakulär. Ich vermute aber dass den Medienvertreter nur unzureichend Material zur Verfügung gestellt wird und es vielleicht mehr als nur der Methodik der Dokumentation bedarf um hier einen Imprint im öffentlichen Bewusstsein zu hinterlassen.


Contra Sportsponsoring


Andererseits  das  Sportsponsoring.  Viele, zumindest Profi-Sport Institutionen geraten immer mehr in Verruf.  Mauscheleien und Korruption von Fifa und Olympischem Komitee geraten immer wieder in die Schlagzeilen. Spielertransfers in  zwei- und dreistelliger Millionenhöhe lassen an den ursprünglichenAffären Sinn von Sport Zweifel aufkommen, dazu die ganzen Doping Affären angefangen beim Radsport bis zu den Olympischen Spielen. Gerne führe ich hier auch die Arbeiten von Sverre, R.  Christensen, (2006), ‘Measuring consumer reactions to sponsoring partnerships based upon emotional and attitudinal responses’, International Journal of Market Research auf, auf die ich in der Buchbesprechung "Soziales Engagement von Unternehmen" ausgeführt habe. Wenn schon Sportsponsoring, so meine Empfehlung, die Restriktion an den Verein, die Sponsoringmittel ausschließlich für den Kinder- und Jugendsport, insbesondere dann wenn es sich um kleine lokale Vereine handelt, in denen diese Arbeit von unermüdlichen  ehrenamtlichen Trainern durchgeführt wird.


Aber Kärcher tut soviel mehr als eines der vorbildlichsten deutschen Unternehmen mit internationalem Renommee,  das soziale Verantwortung tief im genetischen Code verankert hat.


•  Da ist die Unterstützung und Zusammenarbeit mit den SOS Kinderdörfern. Dies geschieht einerseits durch die zur Verfügungstellung von Reinigungsgeräten, was deren Budget für Anschaffungen entlastet, andererseits auch durch finanzielle Zuwendungen.


•  Wenn es irgendwo "brennt," auch dann ist Kärcher zur Stelle, bzw. Kärcher Futuretech,  mit Equipment, denn Reinigungssysteme helfen dabei lebensbedrohliche Situationen zu vermeiden,  und durch finanzielle Mittel, um primär die größte Not zu lindern, in Haiti, beim Tsunami in Südostasien, das Erdbeben in Nepal oder beim Jahrhundertflut  2013 in Deutschland.


•  Kärcher vergibt Aufträge an Behindertenwerkstätten, wie die Backnager Werkstätten der Paulinenpflege und die Samariterstiftung.


•  Wer Mitarbeiter bei Kärcher ist, dürfte sich wohl kaum Existenzängste, wie in anderen Branchen keine Seltenheit, haben. Denn die soziale Verantwortung des Unternehmen Kärcher beinhaltet eine Standortgarantie, der Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen oder Kurzarbeit, auch nicht in Krisenzeiten. Alle Auszubildenden werden nach ihren "Lehrjahren" übernommen. Ja Kärcher hatte sogar 2010 die Azubis der AEG in Winnenden übernommen, als diese den Standort schlossen.  Unternehmen die so umsichtig agieren, sind sicher eine Seltenheit, mir fällt hier ad hoc zumindest, nur noch das Unternehmen Trigema von Wolfgang Grupp ein.


•  Das Verständnis für soziales Engagement und soziale Verantwortung begann bereits in den Vierziger Jahren im vorigen Jahrhundert als die Alfred-Kärcher-Hilfe für die Unterstützung bedürftiger Mitarbeiter gegründet wurde.


Wenige Kritikpunkte mögen erlaubt sein, weil  aich die wichtig finde:


• Sport-Sponsoring versus  Kultur-, Natur-, Gesellschafts-Engagement  Soziale Verantwortung  der Alfred Kärcher GMBH


Schön wäre es wenn Kärcher seine Budgets für öffentlichkeitswirksame Maßnahmen umverteilen würde: Weg vom Wohlstandssponsoring (damit meine ich das Sponsern von Vereinen , die sich hauptberufliche Funktionäre und gut bezahlte und teuer eingekaufte Spieler leisten können, etc.) und Kärcher dafür mehr in das soziale Engagement, in die soziale Verantwortung investiert. Grund: Es gibt jede Menge herzzerreißende Armut auf der Welt und nicht zu vergessen, aufgrund unserer "bundeseigenene schwarze Null Sparpolitik" auch in Deutschland. Liebe Kärcher bitte noch ne Schipp mehr Herz - das wäre nett.


s • Mehr Dokumentation, mehr Information, mehr Öffentlichkeit über die sozialen Projekte der Alfred Kärcher GmbH

Klappern gehört zum Handwerk, medienwirksam aufbereitetes, soziales Engagement  würde gerade bei der Alfred Kärcher Vertriebs GmbH (jetzt habe ich doch mal die offizielle Firmierung benutzt) sehr viel Sinn machen, und das gleich in mehrfacher Hinsicht:


•  Herzzerreißende Hilfsprojekte lassen sich äußerst gut über soziale Medien kommunizieren, lösen nicht nur eine Resonanz beim User /Leser aus, sondern können wie keine andere Story viral höchst wirksam sein.


•  Gerade soziale Hilfsprojekte werden vom Verbraucher wohlwollend aufgenommen, goutiert und steigern die Attraktivität der Produkte eines Unternehmens.  Wer es kauft tut auch noch Gutes und kauft mit gutem Gewissen.


• Mitarbeiter und Interessenten für neue Jobs / Beschäftigungen arbeiten lieber für Unternehmen mit einem sozialen Gewissen, sind motivierter, haben weniger Existenzängste, sind stolz auf "ihr" Unternehmen und tun dies auch kund.


• Gute Taten vergisst man schnell. Soziales Engagement gehört zu den nicht in der Bilanz aufgeführte immateriellen Werte. Ein guter Ruf, gezeigte soziale Verantwortung, Renomee, das sind Werte, die villeicht helfen so manche Krisenzeit besser zu überstehen. Es macht also viel Sinn sie nicht nur im genetischen Code des Unternehmens verankert zu wissen, sondern sie auch fortwährend und besonders "fortlaufend" auf dem "Display" zu haben. Kommunikation via soziale Projekte / Engagement - ja das ist möglich!