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Harris Tweed Sakko / Mantel zu gut für ein einziges Leben - Harris Tweed lasts more then a livetime - Second Hand

Durch die Energiekrise kommen harte Zeiten auf uns zu - und so schläfrig wie der Politikbetrieb in Deutschland ist - wird das noch viele, viele Jahre so gehen. Ich denke auch gerade über eine neue Wohnung nach, bei der ich die Möglichkeit habe, einen Teil meines Stromes welchen ich täglich brauche, insbesondere für meinen Computer und meine Unterhaltungselektronik und die Geräte, die sowieso wenig Energie verbrauchen, mit selbsterzeugter Solarenergie zu speisen.


Aufgrund der erhöhten Energiekosten werden wir laut Wirtschaftsexperten nicht nur jede Menge Pech und Pannen sondern auch Pleiten erleben, von Unternehmen, denen aufgrund  erhöhter Energiekosten im eigenen Unternehmen, der höheren Preisen durch ihre Lieferanten aufgrund der Energiekrise und den entweder aus den resultierenden höheren VerbraucherPreisen oder dem reduzierten Budget (Geldbeutel) auf Kundenseite, die Umsätze weg brechen.


Im Lebensmittelhandel haben viele Kunden schon die Preissteigerungen, selbst bei Grundnahrungsmittel, Symbol ist hier immer der Butter- oder Milchpreis, schmerzlich festgestellt. Da viele Konsumenten nicht unisono bisher bei Discounter oder Einzelhandels-Giganten wie Real, eingekauft hatten sondern viele Produkte auch in Bioläden und auf Bauernmärkten, sind bereits jetzt Umsatzrückgänge bei den beiden zuletzt genannten feststellbar und werden sich vermutlich auf Dauer manifestieren, da es wohl kaum ausreichende Ausgleichszahlungen - ob vom Staat - oder Lohnerhöhungen vom Arbeitgeber geben wird.


Nicht anders und vielleicht noch viel schlimmer dürfte es um die Bekleidungsbranche, insbesondere auch den vielen kleinen Fashion Einzelhandelgeschäften gehen, zuerst durch den Shutdown während Corona (Lebensmittel blieben ja offen), die Rückzahlung der zuerst von der Regierung und dem damaligen Wirtschaftsminister großspurig angebotenen Überbrückungshilfen und jetzt durch die drohende Rezension und der bereits eingetretenen Verringerung der Kauflust. Denn wenn Menschen verzichten können - auch das haben diese während Corona - im heimischen casual Schlabberlook gelernt - dann ist es Mode. Selbst ein internationaler Konzern wie Nike hat derzeit ein Problem der vollen Lager und geringer Nachfrage.


Jetzt ist es zwar so, „dass wir alle wieder raus“ dürfen. Doch wer weiß wie lange wir noch Restriktionen, zumindest zu den kühleren Jahreszeiten, haben werden, viele auch weiterhin im Home Office arbeiten werden und eben nicht mehr täglich im Büro sitzen, Arbeitgeber herausfinden, dass Homeoffice für Unternehmen positive Auswirkungen auf die Kostenstruktur hat und dies - selbst über die Coronazeiten hinaus - zum Regelfall wird.  

Siehe Otto, das größte Versandhaus Deutschlands, hier werden die Thermostate in  den Büros auf 15 Grad heruntergedreht, und möglichst viele Mitarbeiter ins Home Office geschickt.


Abendliches Ausgehen, Urlaub im Hotel, all dies zu erhöhten Preisen sowohl im Restaurant als auch in den Gästezimmern, zu niedrigen Temperaturen, mit Corona Restriktionen, das macht alles nicht so viel Spaß und ist nicht jedermanns (-frau) Sache. Heißt so einiges wird abgesagt oder gar nicht erst gebucht. Also wozu noch neue „Klamotten“ kaufen, insbesondere Designerware, welche, bei denen die Qualität zumeist mitnichten hält, was der horrende Preis verspricht.


Ich kann mich noch an eine Zeit erinnern, in der Jil Sander, die Mode, die unter ihrem Label erschien, noch selbst entworfen hat. Ich kann mich auch an einen Satz erinnern, in dem Sie sagte: Ihre Mode, insbesondere ihre DamenBlazer und Herrensakkos lassen sich jahrzehntelang mit neueren Bekleidungsstücken kombinieren. Die Qualität ihrer verarbeiteten Stoffe, rechtfertige insofern auch den hohen Preis Ihrer Bekleidung, zeitlos, asketisch, casual, griffig, hochwertig. Und ohne dass dies damals ein „Keyword“ war, diese Bekleidung war nachhaltig, da man weniger im Schrank hatte, länger anzog als eine einzige Saison, oft über Jahre und sogar vererbt hat.


Unverwüstlich Tweed von den Äußeren Hebriden, aus Schottland und Irland


So sehe ich das auch in Bezug auf Tweed Sakkos, wie den berühmten Harris Tweed von den Äußeren Hybriden, die zu Großbritannien gehören oder den unter Kennern zumindest bekannte Donegal Tweed aus Irland.


Harris Tweed, die Qualität mit Brief und Siegel



“Harris Tweed is cloth that has been handwoven by the islanders of Lewis, Harris, Uist and Barra in their homes, using pure virgin wool that has been dyed and spun in the Outer Hebrides.”


„Harris-Tweed ist ein von den Insulanern von Lewis Harris, Uist und Barra in ihren Heimen handgewebter Stoff aus reiner Schurwolle, die auf den Äußeren Hebriden gefärbt und versponnen wurde.“ – Harris Tweed Act - Aus Harris Tweed gefertigte Sakkos erkennt man an dem Reichsapfeln auf einem extra Label auf der Innnenseite.


Harris Tweed zum Beispiel, darf nur in den Äußeren Hybriden (Inseln: Lewis Harris, Uist and Barra i) gefärbt, versponnen und gewebt werden. Bei Harris Tweed wird auch nicht das Garn gefärbt, sondern bereits zuvor, die gereinigten Wollvliese. Die Wolle selbst, also die Wollvliese, müssen nicht von den vier Inseln der Äußeren Hybriden stammen, sondern können auch aus anderer Herkunft sein, wie beispielsweise aus Schottland und aus Irland.


Die Wolle stammt dabei entweder von den Chaviot Schafen, die daran zu erkennen sind, dass sie nur am Rumpf Wolle tragen, aber nicht am Kopf und an den Beinen, also recht „bauschig“ wirken, wenn man sie auf der Weide sieht und eine weitere markante Rasse, die man an ihrem schwarzen Gesicht erkennt, die Scottich Black Face, die man eben auch auf Harris und den anderen Inseln findet, aber vorrangig in ganz GB für die Fleischproduktion gezüchtet werden, während die Chaviot Schafe sowohl für die Wollproduktion als auch wegen ihres Fleisches beliebt sind.


Bis zum Anfang der siebziger Jahre waren Harris Tweed und andere hochwertige Tweeds aus GB und Irland äußerst beliebt, aufgrund ihrer Robustheit und wärmenden Eigenschaften. Allerdings war die Produktion an recht einfachen Webstühlen sehr aufwändig und damit sehr teuer, so daß sich auch nicht jeder Anzüge oder Sakkos aus Harris Tweed (u.a.) leisten konnten und man in direktem Mitbewerb zu europäischen und bereits beginnenden Produktionen aus Fernost stand. Viele Betriebe mussten schließen, fatal, wenn auf einer Insel die Webereien bis auf die Schafzucht meist die einzigen Arbeitgeber waren und Fachkräfte gezwungen waren auf dem Festland sich zu in fremden Berufen zu verdingen.


Erst seit etwas mehr als 10 Jahren liegt Harris Tweed (stellvertretend hier für andere hochwertige Tweedhersteller in Schottland und Irland) wieder im Modetrend. Hier scheint alles erlaubt zu sein, was es an farblichen Variationen mit modernen Webstühlen inzwischen machbar ist. Allerdings so scheint es mir dass man auch dadurch wieder dem Modischen den Vorzug gibt anstelle einer zeitlosen Casual-Eleganz mit Understatement.


Ich persönlich  bevorzuge möglichst ruhige Muster, gerne Fischgrät, ohne großes Farbspiel, so dass ich mir bei dem was ich unten drunter trage, da mag ich es dann durchaus auch gerne farbig und nicht grau in grau.


Meine Tweed Garderobe besteht aus zwei Sakko, einmal in grauem Fischgrät und einmal in braun mit leicht farbigem Faden, und einem Mantel in grünlichem Donegal Tweed, welcher aufgrund seines Revers und Schnittes durchaus auch als langer Sakko fungiert, da er für einen Mantel doch etwas schmal geschnitten ist, dafür der Optik meiner Figur recht gut tut. Alle diese Teile werden mir, soweit ich meine Figur halte, ein guter Ansporn ist das auf  jeden Fall, viele, viele Jahr begleiten.


Sakkos aus Harris Tweed (und ähnliche Qualitäten) kosten zwischen 350 € bis über 1000 (beispielsweise von Ralph Lauren) Mäntel sind ab 650 Euro, soweit ich es gesehen habe, erhältlich.


Wem dies zu teuer ist und nicht im Budget vertretbar ist und im Hinblick auf die kommenden Jahre mit Rezension und Wohlstandsverlust, der tut es mir gleich und schaut sich nach Second Hand Ware um. Meine Tweeds sind ausschließlich über Ebay und Ebay Kleinanzeigen erworben worden - und man sieht es den Kleidungsstücken auch nicht an - eben wegen der hohen Qualität der Stoffe, dem sorgsamen Umgang des Vorbesitzers, denn der hatte ja mal ein halbes Vermögen ausgegeben, und sehen wir neu aus dem Regalen und von den Kleiderbügeln des Modehandels aus.