LOHASHOTELS

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Für Kerrygold Fans war die Pressemeldung eine Sensation. Kerrygold macht jetzt auch Joghurt. Es dürfte das zweite Mal in der deutsch-irischen Geschichte sein, dass das agile Völkchen (an der nördlichen Aussengrenze der EU) auszog, um Deutschland zu missionieren. Geschichtsbeflissene wissen, dass die Christianisierung des Abendlandes nicht über die Südroute,  sondern durch irische Missionare im frühen Mittelalter erfolgte. Jetzt zogen die irischen, unbeugsamen, streithaften Kerle  aus, um der Milchwirtschaft - hier bei uns  in Deutschland  - das Fürchten zu lehren:


Fàilte* Kerrygold !


Was man in der Pressemitteilung von Kerry Gold lesen kann, das klingt gut. Richtig gesund ist er auch,  noch der neue Kerrygold Joghurt.  Der Joghurt hat viel gemeinsam mit den anderen Kerrygold Milcherzeugnissen:  Wie  der Kerrygold Käse und die Butter, weist er,  aufgrund der konsequenten Weidehaltung des Milchviehs,  einen hohen Omega 3 Fettsäurengehalt auf. Zudem spart man bei Kerrygold nicht mit dem guten Fett, das ein geschmeidiges Wohlgefühl im Mund auslöst, ganz ohne produktionstechnische Tricks.  Beim Kerrygold Naturjogurt sind 7 % Fettanteil ausgewiesen, beim Fruchtjoghurt, von dem es vorläufig 10 Sorten geben wird, sind 10 % Fettanteil angegeben). Der Fruchtanteil ist ebenfalls phänomenal hoch: 15 %. Man erhält einen geschmacksintensiven Fruchtjoghurt, ohne es mit den Kohlehydraten zu übertreiben.


"Irish Thickness" - Kerrygold stemmt sich gegen den Anti-Fett-Wahn  


Das wäre zu schön um wahr zu sein: Lange wurde Fett verteufelt (da ist nicht zuletzt die  Deutsche Gesellschaft für Ernährung schuld, die sich nicht schnell genug bewegt,  neue Forschungsergebnisse nur schwerlich akzeptiert. Sie empfiehlt immer noch einen hohen Kohlehydratanteil in der Ernährungspyramide.  Nach neueste Untersuchungen  der falsche Weg.)


Joghurt: Ein genialer Schachzug von Kerrygold


Die Lücke am Joghurt-Markt sieht Marketing-Chef Manuel Rodriguez in einer hochveredelten Version, "wie sie für unsere Dachmarke Kerrygold  typisch ist."


Kerrygold Joghurt schmeckt allemal besser als die wässrigen und mit allerlei Hilfsmittel auf mouthfeeling gepimpten Diät und Nicht-Diät-Joghurts. That's it:  Ein Bekenntnis zu Geschmack und Cremigkeit, zu "Irish Thickness". Joghurt so dick und gehaltvoll wie meine geliebte Clotted Cream (ein dicker gekochter Rahm, den man bevorzugt zu Scones mit Erdbeermarmelade serviert.)  So standhaft wie die Katholiken auf der irischen Insel.


Wie hatte ich noch kürzlich in einem Artikel geschrieben? Im Nachhinein klingt es wie eine self fulfilling prophecy:


Betet ihr Joghurtmacher, dass Irland nicht so viele Kühe hat


Gedankenspiel: Würde Kerrygold, eine Marke, der Onua Gruppe mit einem Jahresumsatz von 2 Milliarden Euro im Jahre 2013 (Kerrygold ist  in Irland nicht gebrandet, sondern hauptsächlich in Deutschland), auch noch mit Joghurtprodukten aufschlagen, würde dies dem Joghurtmarkt in Deutschland weiter aufmischen. Die Mitarbeiter  - jener deutschen Joghurtmacher der Milchwirtschaft  - können nur hoffen, dass es nicht genug Kühe in Irland gibt. (Update: Gibt es aber doch, nach neuester Wissenslage, wenn auch nicht in der Grafschaft Kerry, dann aber in der Grafschaft Cork ...)


Denn Kerrygold steht für Weidemilch, der man nachsagt, dass sie einen wesentlich höheren Omega 3 Fettsäurenanteil hat als Milch von Kühen, die in industriell geführten Ställen ihr Leben fristen.


Das Marketing von Kerrygold zeigt "lean facts:"


Der Bezug zur Natur wird permanent visualisiert. Der Auftritt sowohl in den Printmedien, in Fernsehspots, aber auch gerade in sozialen Medien ist ungemein stark, mit glaubwürdigen Motiven, die Verbraucher überzeugen und von ihnen goutiert werden.  


Die Milch für den Kerrygold Joghurt kommt aus der Grafschaft Cork, während die Milch für die anderen Produkte wie Käse und Butter überwiegend aus der Grafschaft Kerry, die ja auch der Namensgeber der Produktlinie ist, stammen. Halten wir fest: Kerry hat nicht genug Kühe um auch noch die Grundlage für den Joghurt zu liefern, dazu ist das Unternehmen einfach schon zu erfolgreich - Irland aber schon. Da sind noch Reserven!  



Jetzt wurde ich - oder besser - die deutsche Milchwirtschaft  von der Wirklichkeit eingeholt:


Der Joghurtmarkt ist hartumkämpft. Die Player können unterschiedlicher nicht sein: Weltkonzerne wie Danone  (5.3 Milliarden Euro Jahresumsatz 2015) gegen Nestlé, die mit ihren Milcherzeugnissen  (PDF Milchindustrie) gesamt über 20 Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2015 erzielt haben, gegen mittelständige Unternehmen wie den Joghurthersteller Ehrmann 790 Millionen Euro 2014  aus dem Allgäu, gegen die Privatmolkerei Bauer mit 700 Millionen Euro Jahresumsatz 2014 oder Zott Joghurt mit ca 950 Millionen Euro Jahresumsatz 2014. Aber auch regionale Milchverarbeiter (bei Lebensmittel geht der Trend eindeutig zu regionalen Produkten, das betrifft auch Milchprodukte wie Joghurt) Schwarzwaldmilch mit ca 187 Millionen Jahresumsatz 2014. Recht interessant: In der Beliebtheitsskala schlagen die Aldi Eigenmarken mit Abstand alle deutschen Joghurt-Markenhersteller in Deutschland.


Kerrygold springt ins Haifischbecken


Recht lustig, wie die Lebensmittelzeitung das neue Kerrygold Joghurt Projekt beschreibt:  "die Weiterentwicklung von der Buttermarke zur Dachmarke für irische Molkereiprodukte soll den Absatz von Kerrygold beflügeln. Mit dem Start einer Joghurt-Range im Mai wagt das Unternehmen den Schritt....  Aus: "Einstieg  in den Joghurtmarkt: Kerrygold springt ins Haifischbecken"



*Fàilte gälisch für Willkommen







Kerrygold Joghurt aus Weidemilch: Endlich gibt es ihn!