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Suppenküche: Restaurant Ramen Shop Strasbourg

Es ist kalt, es ist Herbst oder Winter oder eben ein mieser, mieser Frühling. Samstag Shopping in Straßburg. Die Health App auf dem iPhone zeigt, dass man bereits 12 Kilometer zu Fuß unterwegs ist. Jetzt eine heiße, dampfende Suppe zum Aufwärmen... Da war doch ein japanisches Nudelrestaurant.. an dem wir bisher immer vorbeigelaufen sind...


Grundlage jeder guten, heißen japanischen Suppe ist eine "Dashi-Brühe." Selbst in Japan wird die Dashi-Brühe nicht immer selbst frisch zubereitet, auch Japaner leben in stressigen Zeiten. Doch wenn schon Instant dann von bester Qualität, wie die Dashi Instant Brühe von Rikon, die in Deutschland nur schwer erhältlich ist.


Aller guter Anfang ist die Dashi


Die selbstgemachte Dashi Brühe, ist aber durch nichts zu überbieten. Sie besteht, insbesondere dann, wenn es sich um die Ichiban Dashi Brühe handelt, um einen Sud mit Bonitoflocken und den Kombu Algen. Gut gemacht schmeckt sie dezent nach dem Meer mit einem Touch Fisch. Wer Fisch gar nicht mag kann auch zu einer reinen Kombu Algen Dashi greifen, die ist dann eben auch für Vegetarier ideal. Viele Gerichte in der japanischen Küche bauen auf einer gut gemachten Dashi Brühe auf. Sie ist zentraler Bestandteil.


Wo ist die Geschmacksexplosion?


Doch das was ich da im Restaurant Ramen Shop Strasbourg gegessen hatte, war mitnichten mit einer gut gemachten Dashi, die hätte ich erwartet, zu vergleichen. Denn gerade das ist der zentrale Punkt einer Suppenküche ob japanisch oder deutsch oder französisch: Die Brühe muss hausgemacht sein, auf ihr baut alles auf. Ist die Brühe nix, dann gibt es keine Geschmacksexplosion, selbst wenn die gewählten Einlagen in Ordnung sind.


Da brodelte es -  zwar optisch recht gut inszeniert - in großen Töpfen, ich gehe aber stark davon aus, dass da morgens aus einem Instantpulver irgendetwas angerührt wird. Nach einer auch nur halbwegs richtigen Dashi, beim besten Willen, hatte das nicht geschmeckt.


Hier darf man Ramen laut schlürfen


Doch schon beim Betreten des Ramen Shop hätte mir auffallen müssen, dass ich gastronomisch hier nicht viel erwarten kann. Aber ich wollte mich überraschen lassen. Doch was ich da erlebte, damit blamierte ich mich so richtig bei meiner Begleitung. Schließlich hatte ich dieses Restaurant vorgeschlagen.  


Ein schmaler langer Raum. Ganz vorne rechter Hand die offene Kochbar links die Kasse (Du kommst hier nicht raus - ganz strategisch an dieser Stelle eingerichtet) einige "bedrängter Wandsitz-Platz" heißt man sitzt nebeneinander an einem Brett, weiter hinten gibt es Tische. So casual ist mir auch ganz lieb, zumal es nicht um ein festliches, besonderes Abendessen ging, dafür bietet sich der Ramen Shop auch gar nicht an.  


Heißes Studentenfutter im Ramen Shop


Durchschnittliches Alter zwischen 20 und 25, ganz selten eine ältere Generation. Für Studenten, so scheint es ein heißer Tip, da sind die Ansprüche nicht zu hoch und Udon oder Ramen schlürfen scheint in Frankreich zur Zeit genauso en Vogue zu sein, wie die Bioläden, die gerade in Frankreich wie Shitake Pilze aus dem Stroh schießen.  Was natürlich auch daran liegt, dass ältere Generationen vielleicht eher zur "Platzphobie" (hier eine Variation von Klaustrophobie) neigen und panisch das Restaurant bereits vor der Bestellung wieder verlassen.



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No Gangsta - Wer ist hier im Service?


Wir waren uns auch nicht sicher, bei wem wir bestellen konnten.  Zwar erinnerte das Erlebnis nicht an den Besuch in einem Bauhaus, in welchem man wenn man irrend und wirrend durch die Gänge geflitzt ist und doch nichts gefunden hat, nach einem Mitarbeiter  flehend und suchend sich umblickt und die Vermutung hat, dass diese sich geschickt vor den Kunden verstecken, sondern:


Die beiden Servicekräfte waren nicht von den Gästen zu unterscheiden. Das kann schon mal unangenehm sein, den Falschen anzusprechen. Aber ok, wir wurden dann von einer "fremden Person" angesprochen, für welche Zusammenstellung wir uns entschieden haben. Wir konnten uns unsere Suppe selbst zusammenstellen. Das war mit Fleisch oder Fisch oder auch nur vegetarisch möglich. Udon oder Ramen, verschiedene Gemüsesorten und Algen. Die liebe ich besonders.  Die Bestellung ging flott "über die Bühne", die "Lieferung" ebenso.


Wenn die Suppe so fad wie das Leben ist


Heiß war sie die Suppe, die uns dann erreichte. Der Kürbis war es nicht.  Was zur Folge hatte, dass die Suppe sehr schnell, wenn man nicht schnell genug essen konnte - (schlürfen erlaubt, dies ging im heavy metalähnlichen  Geräuschpegel der anderen Gäste unter) nur noch Körpertemperatur hatte. Ich entschloss mich, mir dann lieber die Zunge zu verbrennen und sie mir mit den kalten Kürbisstücken (die ich garantiert nicht bestellt hatte, noch bin ich nicht senil...)  anschließend wohltuend zu kühlen.  Insofern fiel es dann auch kaum noch ins Gewicht oder in die Bewertung, dass die Brühe, selbst mit reichlicher Verwendung der zur Verfügung stehenden Sojasauce, einfach keinen Geschmack annehmen konnte.


Preislich? Nun, etwa 10-12 € für eine Suppe mit 4 extra Beilagen inklusive! Gib mir für den Preis zwei Big Mac  und einmal Fritten und man rolllt mich satt raus aus dem Fast Food! Obwohl die Suppenschüssel recht gewaltig war, fühlte sich mein Magen leer an wie der von den Next-Top-Models. Die sind es gewohnt ich nicht.


Vielleicht werde ich das Restaurant Ramen Shop in Straßburg dann doch bei nächster Gelegenheit noch einmal aufsuchen. Um mir meines Urteils wirklich sicher zu sein. Um meinen Glauben zu retten und in der Hoffnung, dass im Land der Gourmets die gemachte Erfahrung ein einmaliger Ausreißer war  - Mon dieu - wenn nicht !


Wo: 22 rue du Vieux Marche aux Grains, 67000, Straßburg