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Ilse Bosch

Sie hatte mich beeindruckt, gefangen mit ihren Worten, mit ihrer schlichten unprätentiösen Art, selbstbestimmt und trittsicher. Als ich eines ihrer wenigen Interviews in einer Fernsehsendung gesehen hatte. Mir sind schon viele Jahre die Zitate ihres Großvaters eine Leitlinie, auch im gesellschaftlichen Umgang. Sie selbst hatte ihren Großvater, Robert Bosch als Vorbild, ein Vorbild als Unternehmer und ganz sicher ein Vorbild als Mensch. So hat er gesprochen. So hat er gehandelt. Ilse Bosch hat das Erbe der Familie in bewundernswerter Weise angenommen und bringt es ein gutes Stück weiter.


Vita Ilse Bosch


Ilse Bosch wurde 1964 in Stuttgart geboren. Besuchte dort auch die Waldorf Schule. Im Anschluß studierte sie am Reed College in Portland in den USA und diplomierte nach einem Musikstudium (Jazz, Bass) am Berliner Konservatorium. Ein ganzes Jahrzehnt betätigte Sie sich als Musikerin. Seit 1990 tritt Ilse Bosch für gesellschaftlichen Wandel ein und kämpft für ein sozial verantwortliches und nachhaltiges Investment.  


Ilse Bosch ist Gründungsstifterin des International Fund for Sexual Minorities bei Astraea Lesbian Action Foundation, New York, USA, 1996 und seit 1998 Mitbegründerin des

Pecunia Erbinnennetzwerkes.  Zur Jahrtausendwende wurde sie Mitgründerin von "filia", die Frauenstiftung. Seit 2004 hat Ilse Bosch einen Sitz im Ethikrat der Oeco Capital Lebensversicherung. Von 2006 bis 2012 war Ilse Bosch zudem Mitglied des Investment Komitees der GLS Gemeinschaftsbank und ist seit 2008 Mitglied im Stiftungsrat der Berghof Stiftung.


Warum gibt es so wenig Vorbilder?


Wie heißt es so schön im Volksmund: Das letzte Hemd hat keine Taschen. Auch die wenigsten Wohlhabenden sind sich dieser Tatsache bewusst, denn sonst würden sie anders handeln, nämlich so wie Ilse Bosch, die bereit früh ihr Vermögen - und das ganz im Sinne ihres Großvaters Robert Bosch - ihr Vermögen zu nutzen um Gutes auf den Weg zu bringen.  


Seit 1990 engagiert sich Ilse Bosch für Menschenrechte und die Gleichstellung von Frauen und sexuellen Minderheiten.  Mit viel Energie betreibt sie deshalb die "Dreilinden gGmbH"  und engagiert sich in der "Frauenstiftung filia"


"Ich nutze meine Privilegien um

Privilegien für alle zu schaffen",


... so Ilse Bosch. "Es gibt so etwas wie eine unsichtbare Parallelgesellschaft von uns reichen Erben" erzählt Ilse Bosch im Interview mit der Zeit  im  Interview: Erbenrepublik -Wie viel Erbe ist gerecht. "Ich musste nie arbeiten."  Trotzdem jobbte sie während ihres Studiums in den USA. Ilse Bosch, die Erbin war neugierig: "Wie fühlt sich das an, wenn man morgens in der überfüllten Straßenbahn zur Arbeit fährt?" Der enorme Reichtum, für den Ilse Bosch nichts tun musste, den hält sie selbst für ungerecht. Ilse Bosch

"Verdient habe ich das Geld nicht, da gibt es keinerlei Rechtfertigung - Erben ist nicht gerecht."


Sie müsste all das nicht tun. Ihre Entscheidung. Sie ist frei das zu tun, was ihr persönlich sinnvoll und richtig erscheint. Ilse Bosch: "Es ist  wie beim bedingungslosen Grundeinkommen."   - Ein  Leben das ganz viel  Sinn macht, beneidenswert.



Deutscher Stifterinnenpreis für Ilse Bosch


Im Mai 2018 erhielt Ilse Bosch den Deutschen Stifterinnenpreis vom Bundesverband Deutscher Stiftungen. Anlässlich der Preisverleihung klingen ihre Worte nach und waren - nie wertvoller als heute:


„Ich empfinde den Preis als eine ausgestreckte Hand. Nicht nur für mich, die sozusagen logischerweise ein Teil der deutschen Philanthropie-Szene ist, sondern auch für meine Themen: internationales Engagement, Menschenrechte, und das Thema der Geschlechtervielfalt“, so die Preisträgerin Ilse Bosch im Rahmen ihrer Dankesrede. - Viele Minderheiten werden diskriminiert, und im Allgemeinen gilt, dass das nicht ok ist. Das Recht von sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten, ganz normal so zu leben wie andere auch, wird hingegen immer wieder in Frage gestellt. An den meisten Orten der Welt heißt das: offener Hass, Dauerstress, Menschenjagd.“






Zitate von Robert Bosch, die mich tief beeindruckt haben:


• Ich zahle nicht gute Löhne weil ich viel Geld habe. Ich habe viel Geld weil ich gute Löhne zahle


• Jede Arbeit ist wichtig, auch die kleinste. Es soll sich keiner einbilden, seine Arbeit sei über die seines Mitarbeiters erhaben. jeder soll mitwirken zum Wohle des Ganzen.


• Meine Absicht geht dahin, neben der Linderung von allerhand Not, vor allem auf Hebung der sittlichen, gesundheitlichen und geistigen Kräfte des Volkes hinzuwirken.


• Im Gegensatz zu dem kaufmännischen Grundsatz, dass man den Lieferanten plagen könne und müsse, um möglichst billig zu kaufen, pflege ich zu sagen: Mir ist ein guter Lieferant wichtiger als ein schlechter Kunde


• Ich verdanke meinen Erfolg weniger meinen Kenntnissen als meinem Charakter


• Sei Mensch und ehre Menschenwürde