LOHASHOTELS

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Oft werden die beiden Begriffe, vor allen Dingen in der Übersetzung aus dem Englischen ins Deutsche, simultan verwendet:  Personalisierte Hotelkosmetik und Bespoke. Das ist nicht ganz richtig so, meiner Meinung nach.  


Personalisierte Hotelkosmetik


Personalisierte Hotelkosmetik meint zumeist lediglich, dass aus einer Hotelkosmetik Kollektion bestehende Formulierungen in Flasche gefüllt werden, die mit dem Namen eines Hotels versehen sind.


Hotelname wird Pseudo "Marke" der Amenities


Dann ist der Hotelname der "Quasi-Markenname" des Produktes. Die Frage bleibt, ob der Hotelgäste von heute wirklich davon überzeugt ist oder überzeugt werden kann, dass der Inhalt "unique" für das Hotel entwickelt wurde. So soll es ja aussehen. Doch welches Hotel kann das überhaupt. In den wenigsten Fällen halte ich diese Praxis für empfehlenswert, doch Ausnahmen bestimmen die Regel:


Costes Red by Hotel Costes Paris


Mir ist da nur mit bewundernswerter Intension für Hotel Amenities das Hotel Costes in Paris mit Costes Red. bekannt. Ich gehe davon aus, dass die Pflegeprodukte natürlich nicht extra entwickelt wurden, warum auch (?), sondern lediglich der Duft exklusiv  in Zusammenarbeit mit der international erfolgreichen "Nase" Olivia Giacobetti entwickelt wurde und daraus dann der Name für die personalisierte Hotelkosmetik des Hotel Costes, eben mit Costes Red (inzwischen gibt es auch eine zweite Duftlinie Costes Black) übernommen, gelabelt wurde.


Kosmetikmarke und Hotelmarke auf den Amenities


Handelt es sich um eine weltbekannte Marke, dann ist empfehlenswert eine sowohl - im Sinne des Hotelgastes die glaubwürdigste Version der personalisierten Hotelkosmetik zu wählen: Der Markenname des Nobel Herstellers steht auf der Vorderseite der Produkte und der Name des Hotels erscheint meist auf der Rückseite, oder ebenfalls auf der Vorderseite unter dem weltbekannten Label.


Die Sheraton Hotels gingen einen anderen Weg,  wenn auch mit diskussionswürdigem Ergebnis, siehe Sheraton Hotels mit ihrer Le Grand Bain Serie. Hier hat Sheraton einen Supplier damit beauftragt eine Hotelkosmetik zu kreieren. Die hat also keinen Markenname, da zu einer Marke gehört, dass sie eigenständig bekannt  und omnipräsent ist.


Die Le Grand Bain - Citron + Vetiver Amenities  sind trotzdem der Kategorie "Personalisierte Hotelkosmetik" zuzurechnen, dass zwar auf der Vorderseite kein bekannter Markenname, sondern nennen wir es mal eine "Phantasie-Marke" nämlich "Le Grand Bain" steht, andererseits  der Name der Hotelgruppe Sheraton.com nur winzig klein auf der Rückseite zu sehen ist.


"Bespoke Amenities " = maßgeschneiderte Hotelkosmetik


Von Bespoke Amenities denke ich gerade an den Extremfall, der mir aber so noch nicht untergekommen ist, bei dem sich ein Hotel oder eine Hotelkette es sich "leisten", nicht nur die Beduftung der Hotel Amenities exklusiv ist und den Unterschied ausmachen, sondern auch die Inhaltsstoffe speziell für die hoteleigene Pflegelinie Inhaltsstoffe entwickelt wurde. In diesem Fall wäre natürlich das Labeln der Pflegelinie mit der Hotelmarke, erst recht im "volkstümlichen Sinn" rechtens. Mir ist hier kein einziger Fall bekannt, bei dem alle drei Merkmale zutreffen würden.


Lesen Sie dazu auch den Artikel: Hotelkosmetik, die Beste ist die, die keine ist!


Variationen der Bespoke Hotelkosmetik


Die Fairmont Hotels haben sich bei Le Labo, einem der exklusivsten und teuersten Parfüm Unternehmen mit hohem umwelt-assoziiertem Anspruch, eine Pflegekollektion, die auch in haushaltsüblichen Größen in Nobel-Kaufhäusern, wie dem Beck in München, exklusiv als Le Labo 31 Hotelkosmetik sichern lassen. Heißt kein anderes Hotel kann diese Kollektion in ihren Amenities Gästen anbieten, ausser den Fairmont Hotels. Zudem ist neben "Le Labo 31" auch der Name Fairmont, wenn auch als Unterstatement kleiner als "Le Labo" und "Rose 31" auf dem Etikett aufgedruckt.


Nachfolgend ein Beispiel wie die Kreuzschifffahrt-Linie Seabourn zusammen mit Molton Brown, auf Basis ihrer Pflegeprodukte, eine eigene Seabourn-Molton Brown Linie (zur Zeit bestehend aus 4 Kreuzfahrtschiffen, ein fünftes wird 2018 fertiggestellt) entwickelt hat , die sogar aus zwei Duftrichtungen besteht:


- Samphire & Eucalyptus Bath & Body Collection

- Basile & Vetiver Hair Care Collection.


Bespoke Bath Amenities von Molton Brown für Seabourn


Die speziellen floralen Akzenten auf den Etiketten hatte man eine im UK bekannte Illustratorin, Angela Mc Kay verpflichtet. Mag es bewusste Zurückhaltung bzw. britisches Understatement sein, zumindest auf der Vorderseite der Hotelkosmetikprodukte ist keinerlei Hinweis auf "Seabourn" zu finden.  


Stattdessen, ein marketingtechnisch hervorragend gelungenes Kabinettstückchen, wurden die Marketingabteilungen beider Unternehmen involviert, um mit PR Maßnahmen für die Neuentwicklung zu werben und sie für einen kurzen Zeitraum auch zum Verkauf auch online anzubieten.


Seabourn President Richard Meadows: „Wir arbeiteten sehr eng mit dem Molton Brown Team um diese einmaligen Düfte zu entwickeln inklusive dem Verpackungsdesign, das Seabourn’s luxuriöse Gästeerlebnisse widerspiegelt. Die Düfte sollten starke und intensive Erinnerungen an die wunderbaren Erlebnisse und  Erfahrungen, die die Passagiere /Gäste  während ihrer Cruise  hatten, hervorrufen." Es ist die Krönung einer Zusammenarbeit, die bereits seit 14 Jahren besteht.


Bespoke Bath Amenities des Hotel Costes, Paris


Einen anderen Weg gingen die Besitzer Jean Louis und Gilbert Costes des Hotels Costes (Ihnen gehören auch noch zwei weitere, weniger exklusive Hotels, das Amour und das Grand Amour, zwei frühere Stundenhotels, die ebenfalls sehr zu empfehlen sind) in Paris. Das Hotel Costes, 1991 bereits eröffnet und später noch einmal komplett umgebaut, steht für Luxus und exklusiven Lifestyle, das wissen auch die Größen aus Showbiz, die Hollywood Celebrities und die nächste Generation des englischen Hochadels, die Tag ein Tag aus, das Savoir vivre aus vollem Herzen leben.


Olivia Giacobetti - Die Duftmacherin


Jean Louis Costes überzeugte eine der besten Parfümeurinnen unserer Zeit, Olivia Giacobetti, die für berühmte Häuser wie „L’artisan Parfumeur“, „Hermès“ „Fréderic Malle“ , „Penhaligon's" , „Guerlain und „Diptyque“ und „Lubin“  Düfte kreiert hatte, auch für das Hotel Costes, einen Trademark Scent, einen Signature-Duft, einen Wiedererkennungsduft zu entwickeln.


Vorrangig gedacht, die Räumlichkeiten des Hotel Costes damit zu beduften. Es stellte sich heraus, dass die Duftkomposition von Olivia Giacobetti so großartig war, dass man den Duft dann auch in einer eigenen Hotelkosmetik verarbeitet hat, um sie  in den Hotelbädern des Costes zu nutzen.


Ein stetiges, duftiges Welcome: Costes Red


Der Duft musste einerseits markant sein, andererseits durfte er natürlich nicht so narkotisch und eindringlich wirken, dass man  am liebsten wieder auschecken möchte. Als Raumduft wird  das Costes Red generös im Hotel versprüht. Ein stetiges, duftiges Welcome. Eine Duftmarke im wahrsten Sinne des Wortes. Wahrnehmbar - und das Tüpfelchen auf dem i für das das Leben im Costes als Hotelgast steht.  Es gibt nicht nur die Pflegelinie für die Hotelbäder, nebst Costes Red Nagellack, sondern auch ein Eau de Toilette, Duftkerzen, usw.


Alle diese sowohl exklusiven als auch ohne Zweifel qualitativ hochwertigen Produkte sind auch zu erstaunlich günstigen Preisen im Hotel und auch online erhältlich. Ein Hersteller ist auf den Produkten nicht ersichtlich. Alle Produkte, auch die in den Hotelzimmern sind nicht wie üblich in kleinen Reisegrößen abgefüllt, sondern in in haushaltsüblichen Größen, bei Duschgel, Shampoo und Bodylotion zum Beispiel in 200 ml Tuben oder 300 ml Dispenser.  In den Hotelbädern sieht es somit nicht aus wie in den Kinderkaufläden unserer Jugend, wenn auch das seinen Reiz hat.


Bespoke Hotel Guest Amenities: Authentisch und unverfälscht


Ich gehe davon aus, dass bei der Realisierung nicht der übliche Weg für einer Personalisierung der Hotelkosmetik gewählt wurde, nämlich über einen Guest Amenity Supplier, sondern direkt mit einem Kosmetikhersteller zusammengearbeitet wurde. Noch einmal: Da wurde nicht an vorhandenen, erstklassigen und noblen Produkten rumgedoktert. Da wurden keine Duftstoffe verwässert, da wurden gute Öle in der Bodylotion nicht durch Mineralöl / Paraffinum Liquidum ausgetauscht (wie ich es schon bei der Bodylotion bei Jacquard von Etro, Hotelkosmetik von LaBottega gesehen hatte (Der Aufschrei in der Supplier Industrie: Man kann nicht erwarten, dass 30/50 Ml im Hotel einer Nobelmarke gratis offeriert werden, während 200 ml über 40 € kosten? Kann man schon! Eine Marke ist ein Versprechen! Ich hasse es, wenn ich etwas angeboten bekomme, und nicht drin ist was draufsteht!).


Da gab es mal einen Boom, als Hoteliers zuhauf davon überzeugt waren, ihre Hotelkosmetik Produkte zu personalisieren, heißt mit dem Hotellogo auf der Vorderseite zu branden, während der Gast den Hersteller lediglich über die Rückseite identifizieren konnten.

  

Etwas Gutes konnte man dem diesem damaligen Trend abgewinnen. Hoteliers erkannten, dass die Produkte im Bad eine gewisse Präsenz haben, die dem Gast auffällt. Ob der Gast von dieser Idee etwas hatte mag man bezweifeln. Eigentlich kommt es aber genau darauf an, im günstigsten Fall  haben beide, Hotelier und Hotelgast etwas davon.


Hotelkosmetik: Marken überzeugen


Einen sehr interessanten Standpunkt konnte ich vor einiger Zeit in einem Interview mit Jens Sklebitz von Style Vison Hotel Supplies der AHGZ lesen: "Marken überzeugen:"Die Expertise eines Hotels besteht in der Beherbergung und Bewirtung seiner Gäste, nicht aber in der Entwicklung von Kosmetik. Der Gast kann nicht auf Anhieb erkennen, ob das Hotel vielleicht eine eigene Entwicklung hat vornehmen lassen, die durchaus sehr hochwertig sein kann. Bei einer Marke kann der Gast sofort erkennen, dass es sich um ein professionelles Produkt handelt. Er wird es beruhigt verwenden. Kostenmäßig gibt es zwischen einer hochwertigen Eigenentwicklung und einer guten Markenkosmetik keinen Unterschied mehr.“



Mir fällt aber auf, dass nur ein kleiner Teil der Hotels der Hotelkosmetik einen besonderen Wert für den Gast „zutrauen“ - wie sonst ist es zu verstehen, dass Hotels bei der Aufführung ihrer Zimmerausstattung zwar (Gottseidank) gratis Wlan in allen Zimmern aufführen, Minibar und Flatscreen aufführen, aber nicht die Marke ihrer Hotelkosmetik?  


So las ich in Fachzeitschriften von zwei Hoteliers, die ihre Hotelkosmetik sowohl nach regionalem Bezug, als auch nach niedrigstem Preis auswählten und dies auch noch als personalisierte Hotelkosmetik. Ein Hotel sollte beim Bau auf regionale Materialien achten. Genauso der Innenarchitekt bei der Einrichtung. Im Restaurant sollten die Produkte wirklich aus der Region kommen, genauso wieder Wein, wenn möglich. Aber doch nicht bei der Hotelkosmetik!


Die Hotelkosmetik muss nicht fürs Hotel passen,

sondern für den Gast!


„Bei der Auswahl der Hotelkosmetik kamen mehrere Hersteller zum Zuge. Alle Produkte verkörpern einheitlich unsere Corporate Identity! Einer hat das Rennen gemacht und der Preis war auch noch unschlagbar.“ Falsch! Die Hotelkosmetik muss nicht fürs Hotel passen! Sondern für den Gast!


In Diskussionen und Interviews könnte man meinen feststellen zu können, dass die Frage nach der Hotelkosmetik Marke eine ähnlich hohe Priorität hat wie die Frage darüber, ob die Klobürsten rot oder blau sein sollte. Übrigens ganz im Gegenteil zu den Conrad Hotels, ein Tochterunternehmen der Hilton Hotels. Hier darf der Gast bereits bei Buchung des Hotelzimmers nicht nur sein Kissen zum Nächtigen auswählen, sondern auch welche Hotelkosmetik / Amenities / Toiletries er in seinem Hotelbad vorfinden möchte, vier Linien stehen hier zur Auswahl: Aromatherapie Associates, Shanghai Tang, Tara Smith Vegan Hair Care und Refinery.


Dabei bedeuten qualitativ hochwertige Hotelkosmetik Produkte für den Gast einen wichtigen Wohlfühlfaktor. Wenn man bedenkt dass Kosmetik generell nur bedingt eine physische Wirkung auf den Benutzer hat, eine um so größere aber auf seine Psyche, kurz gesagt, mit einer wertigen Kosmetik fühlt man sich besser als ohne. Warum soll das nicht auch für die Amenities in den Hotelbädern gelten?


Kein Fehler bei der Auswahl der Hotelkosmetik


Passieren nicht in fast jedem Hotels hier und da einige Faux Pas? Das Essen hat nicht geschmeckt, der Gast kommt mit dem Härtegrad der Matratze nicht zurecht, es gab einen Fehler bei einer Beautybuchung? Beruhigender als eine Tasse Kaffee wie aus der berühmten Jacobs Werbung, ist ein besonderer Treat für den Gast durch das Serviceteam. Doch oft bleiben solche „querlaufenden Dinge“ unbemerkt. Wie gut für den Gast, wenn dann auf dem Zimmer alles in Ordnung ist. Sauberkeit und die vielen kleinen Annehmlichkeiten, dem Gast zeigen, dass er willkommen und respektiert ist. Ganz sicher gehören da neben Pralinen und Obstetagere auch die hochwertigsten Pflegeprodukte im Bad dazu. Hier will er Marken, die er kennt, hier will er Versprechen.


Personalisierte Hotelkosmetik - Bespoke Hotel Bath Guest Amenities