LOHASHOTELS

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Weltweit werden jeden Tag Millionen kleine Seifen und Shampoo-Tuben vom Hotel- Housekeeping in den Müll entsorgt. Der Gast ist oft nicht lang genug im Hotel, um die Hotelkosmetik Produkte bis zum Ende zu nutzen. Das Housekeeping tauscht die Flaschen und Tuben frühzeitig aus, obwohl diese vielleicht noch halbvoll sind. Viele Hotelgäste nehmen die Amenities nicht mit nach Hause, um sie dort restlos aufzubrauchen. Ökologisch wäre das die beste Lösung.


Benutzte Seifenstücke mitzunehmen, das ist - zugegeben - unpraktisch. Doch auch Shampoo, Bodylotion und Showergel lässt der Gast oft zurück. Zugegeben, in manchen Hotels sind die Toiletries  / Amenities es einfach nicht wert, sie mit nach Hause zu nehmen. Man ist im privaten Umfeld oft besseres gewohnt. Schlecht für die Umwelt ist dieser Pragmatismus. Damit ist gemeint, sowohl von Hotelgastseite aus, die benutzten Shampoos, Duschgels und Bodylotions eben nicht mitzunehmen, als auch von Hotelseite aus, dem Gast nicht die Pflegeprodukte in der Qualität dem Gast zu überlassen, die dieser von zu Hause gewohnt ist.


Dabei haben die Ärmsten keine Seife!


Ein Unding, denkt man daran, wie viele Menschen, in sogenannten Drittweltländern, ohne angemessene Hygiene leben müssen. Mehr noch, laut der Weltgesundheitsorganisation könnte das Leben von Millionen Menschen gerettet werden, wenn die Ärmsten der Welt die Möglichkeit hätten, Seife zu verwenden.


Idee: Hotelkosmetik-Produkte recyceln


Shawn Seipler hat darüber nachgedacht und kam auf die Idee, zurückgelassene Hotelkosmetik-Produkte zu recyceln. Eines Tages rief er die Rezeption eines Hotels an und so erfuhr er, dass das Housekeeping die kleinen Seifenstücke "bedenkenlos" wegwarf.


Die Wertschätzung der kleinen Dinge im Leben


Shawn Seipler kam zu dem Resultat, dass Millionen gebrauchte, kleine Hotelseifen pro Tag weltweit auf dem Müll landeten. Er dachte an die hygienischen Missstände in den Entwicklungsländern dieser Welt. Shawn Seipler hatte eine "Erleuchtung." Er kündigte seinen gut dotierten Job in der Wirtschaft, um die Welt ein "Seifenstück" besser zu machen.


Seife "second hand"  - im wahrsten Sinne des Wortes


2009 begann er damit, im großen Stil - von Hotelgästen in den Hotelbadezimmer zurückgelassene, Hotelkosmetik Produkte zu sammeln und in der Garage eines Verwandten zu recyceln. Man saß auf umgedrehten Gurkeneimern und schabte mit Kartoffelschälern die äußere Schicht von der Hotelseife. Die Seifenstücke wurden durch den Fleischwolf gedreht, zu Paste verkocht, in Formen gepresst. Das Endprodukt "Seife second hand" im wahrsten Sinne des Wortes, wurde dann in Form regulär großer Seifenstücke, in die Länder der  Dritten Welt verschifft. Inzwischen ist der Prozess des Seifenrecyclings automatisiert und professionalisiert. Ein antibakterielles Mittel wird der Seifenrohmasse zudem beigefügt.


Das Clean The World Projekt war geboren


Die Clean The World Aktion entwickelte sich zu einem höchst erfolgreichen Projekt. Mehr als  40 Millionen Seifenstücke wurden an  verarmten Menschen in 115 Länder weitergereicht. "Clean the World" hat  Recyclingcenter in Orlando, Las Vegas, Montreal und Hongkong. Auch in Europa ist das erste Recycling Center für  Hotelseifen und auch andere Hotelkosmetik Produkte wie Showergel, Bodylotion, Shampoo bereits geplant, wie mir Pierre Daigneault, Chief Sustainability Manager, Executive Director Clean the World Canada/ Europe mitteilte: "We do service hotels in Germany already and in other European countries. We do collect the bottles as well (Shampoo, Body lotion...)." Sammelstationen in Birmingham und Hanover in Großbritannien gibt es bereits.


Hilton Hotels, Disney World und InterContinental machen mit


Shawn Seipler hat mit seinem Clean The World Project inzwischen Hotellerie Giganten wie die Hilton Hotels, die Hotels von Disney World und die InterContinental Hotel Group überzeugt.  Diese Hotelketten machen mit  beim Recyceln der Hotelkosmetik Produkte, die in ihren Hotels zurückgelassen werden. Zusätzlich berechnet "Clean The World"  den Hotels1 $ pro Hotelzimmer / pro Monat. Dafür dürfen diese mit dem "Corporate Social Responsibility" Projekt "Clean the world" werben.  


Inzwischen sind mehr als 300 Hotels bei Clean the World engagiert


Paul Snyder von IHG: "Wir haben jetzt in unserem Verbund 303 Hotels, die am "Clean The World" Projekt partizipieren. Clean The World hat inzwischen zirka 300.000 Kilo Hotelseife und andere Hotelkosmetik unserer Hotels recycelt und daraus mehr als 1.9 Millionen neue Seifenstücke hergestellt." Die meisten Hotels  die beim Clean The World Projekt mitmachen, sind in Nordamerika. Beispiel: Starwood Pledges to Recycle Hotel Soaps, Amenities


Unnötiger Plastikmüll in deutschen Hotels


Die ersten europäischen Hotels sind auch schon dabei, wie das London Heathrow Marriott Hotel. Ich kann nur hoffen, dass das Steigenberger Hotel in Hamburg sich bezüglich des Umweltschutzes, des Recyclings, der Wiederverwertung ihrer Toiletries / Hotelkosmetik etwas einfallen lässt, wenn der Hoteldirektor bei Tripadvisor folgende Aussage nach einem Gäste-Eintrag trifft: "Thank you very much for your enquiry. Yes, all our rooms and suites are equipped with toiletries and these are replenished every day." Leider, leider ist diese Praxis in vielen Hotels üblich! Nämlich dass noch halbgefüllte Hotelkosmetik Flaschen beim gleichen Gast, beim gleichen Aufenthalt weggeräumt und durch neue ersetzt wird! Das nenne ich mal Luxus zum Nachteil der Umwelt!


Andere Stadt, anderes Beispiel, so zu lesen in der AHGZ, das Statement eines Hoteldirektors: „Supplies müssen sehr hochwertig sein, da sie ein Spiegelbild des Hotels sind. Die Gäste verlassen sich darauf, dass wir diese zur Verfügung stellen.“ Besonders nachgefragt seien dabei Rasier- und Zahnputzsets. Wichtig sei aber, dass Guest Supplies täglich aufgefüllt würden, manchmal sogar mehrmals am Tag"   Gerade habe ich eine Sendung zu den neuen EU Verordnungen bezüglich der Bekämpfung des Plastikmülls gesehen, so erzeugt jeder Bundesbürger 37 KG Plastikmüll im Jahr, an dem unsere Wale und andere Fische ersticken! Die Einstellung der noblen Hotellerie muss sich definitiv ändern! Das geht nicht so weiter"    


Lesen Sie dazu auch den Artikel: Hotelkosmetik, die Beste ist die, die keine ist!



Andere Hotels, andere Lösungen: Dispenser


Andere Hotels ließen sich von den Umweltschutz-Aktivitäten inspirieren und haben ihre eigenen Projekte gestartet, Müll zu vermeiden.


- The Hoxton, das  Hotels in Shoreditch, Holborn und Amsterdam unterhält, mit der eigenen The Hoxton Green Policy. Alice Tate von der The Hoxton Kommunikationsabteilung: "Wir sind in unseren Hotelzimmern / Hotelbädern dazu übergegangen, große Shampoo und Conditioner Spender / Dispenser zu installieren, die wir immer wieder auffüllen. So können wir unnötigen Müll vermeiden."


- The Marriott Hotels haben ebenfalls nachfüllbare Hotelkosmetik Spender, im Rahmen ihrer Marriott Corporate Social Responsibility, in einigen ihrer Häuser installiert.


- The Langham Melbourne schreibt auf seiner Webseite: Seit 2013 senden wir alle unsere Gästeseifenstücke zu  Soap Aid dort werden sie gesammelt, weiterverarbeitet und zu neuen Seifenstücke geformt und dann weltweit an Hilfsbedürftige weitergegeben. Bade-Slippers und andere Hotelamenities werden ebenfalls recycelt und der Heilsarmee zur Verfügung gestellt, genauso wie ausrangierte Matratzen und Bettzeug.


Es gibt einen viel einfacheren Weg, hier sind Hoteliers und Hotelgäste gleichermaßen gefragt, mit dem Ergebnis von sauberem Körper und noch sauberem Bewusstsein:  


"Lieber Hotelgast: Nimm die kleinen Amenities, die kleinen Annehmlichkeiten, die kleinen Tuben und kleinen Flaschen, mit nach Hause, um sie dort bis zum letzten Rest zu verwenden."  


Der Erfolg, dass er das tut ist  vermutlich umso größer,  je besser ihm die Produkte gefallen und wenn sie mindestens den Standard der Produkte erfüllen, die er sowieso zu Hause benutzt.


Clean the World: Mit Hotels ein humanes Projekt realisieren


• 2  Millionen Stück Hotelseife werden jeden Tag in den USA in den Müll geworfen

• 40 Millionen Seifenstücke hat Clean The World zu den Ärmsten der Armen  verschickt

• Über 7 Millionen Kilogramm Müll sind erst gar nicht auf dem Müll gelandet

• In bis jetzt 115 Ländern der Welt bringt Clean The World seine "Second Hand Seifen"

• 118 Millionen Menschen weltweit können von Ärzten oder anderem Gesundheitspersonal dazu motiviert werden, regelmässig ihre Hände zu waschen, ganz einfach, weil keine Seife erhältlich ist.


Quelle und Inspiration, der Artikel erschienen im "The Telegraph": The shameful truth behind what happens to all your leftover hotel toiletries"



Sendung "Dreiste Hotelgäste" und die Meinung der Dehoga


Kleines Update:  Es ist schon sehr befremdlich, wenn ein Dehoga Vizepräsident von NRW, Ralf Siebert, in der Sendung Markt (30.08.2017) unter dem Titel "Dreiste Hotelgäste", in dem über den Diebstahl von Handtüchern und anderen größeren Gegenständen, die Touristen gewohnt sind "mitgehen zu lassen" dem Publikum suggeriert, dass es sogar eigentlich strafbar wäre, die Hotelkosmetik nach Beendigung ihres Urlaubs mitzunehmen. Ich empfehle den Dehoga Funktionären, bei ihrem nächsten Hotelaufenthalt, sich doch einmal in den Müllbereich zu begeben und die Tonnen von weggeworfenen kleinen Fläschchen und Tuben und Seifen (Hotelkosmetik, Guest Amenities) anzuschauen.


Ralf Siebert: "Im Hotel einstecken darf man grundsätzlich schon mal gar nichts. Alles was im Zimmer, während desAufenthaltes angeboten wird, wie Pflegeartikel, Bodylotion und ähnliche Dinge sind eigentlich für den Aufenthalt gedacht. Wer jetzt der Meinung ist, dass diese ganzen Flaschen, wenn ich sie nicht benutze privat mit nach Hause genommen werden können,  ist im Irrtum."  


Meine Meinung und Ihre vielleicht auch : Aus  Umweltgründen sind solche Aussagen ein Skandal! Es wird also Hotelgästen, die auch aus Umweltbewusstsein, und weil sie sich denken können, dass angebrochene Hotelkosmetik Behältnisse nicht noch einmal anderen Hotelgästen ein schlechtes Gewissen aufgeladen, wenn sie die Guest Amenities am Ende ihres Hotelaufenthaltes, einpacken? Nun ja, diese Art von Gegenwartsbewältigung hat ja in 2000 Jahren Kirchenrecht recht gut geklappt, heißt den Menschen ein schlechtes Gewissen einzureden.... Nennen Sie mir auch nur einen Hoteldirektor, der die Ansicht des Dehoga Vertreters, auch wenn sie rechtlich korrekt sein mag, teilt!


Update! Es ist zum Haare-Raufen wenn man so etwas lesen muss:


" „Genau genommen darf man aus dem Hotelzimmer gar nichts mitnehmen“, sagt Christopher Lück, Sprecher des Hotelverbands Deutschland (IHA). Selbst Kleinigkeiten wie Seifen, Shampoos und Cremes gehören laut IHA zur Hotelausstattung und sind zur Benutzung während des Aufenthaltes vorgesehen – nicht als kostenlose Souvenirs. „Fakt ist: Hoteldiebstahl ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine strafbare Handlung“, betont der IHA-Sprecher. Quelle: Travelbook


Das mag ja rechtlich alles ok und richtig sein! Aber solche Aussagen sind garantiert nicht im Sinne des Erfinders! Und garantiert nicht im Sinne des Umweltschutzes! Ich empfehle da gerne auch anderen Funktionären, sich  selbst einmal im Blaumann um die Entsorgung des Hotelmülls zu kümmern. Und dann im Anschluss dürfen diese gerne wieder den Hotelgästen ein schlechtes Gewissen machen, wenn sie die Hotelkosmetik eingepackt haben!













Hotelkosmetik Recycling: Clean the World, the social hotel project