LOHASHOTELS

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Es ist bereits mein vierter BMW 1er, den ich im November bei meiner BMW Niederlassung bestellt hatte. Ein Fahrzeug das, bei mittlerer Motorisierung, ein recht gutes Preis- Leistungsverhältnis bietet, einen tolerierbaren Schadstoffausstoß hat, und laut einigen bekannten Autozeitschriften eine hohe Zuverlässigkeit aufweist, eine Werkstadt eigentlich nur für die Inspektion aufsuchen muss.


Die gleichen Erfahrungen habe ich im Verlauf der letzten 14 Jahre machen dürfen. Obwohl mein Fahrzeugwechsel im Winter anstand, hatte ich mit dem Berater in der BMW Niederlassung besprochen, diesmal den Wagen direkt in München in der BMW Welt abzuholen.


Eine Zugfahrt ins nicht Ungewisse: Zur BMW Welt nach München


Den derzeitigen Wagen hatte ich morgens  bei der Niederlassung abgeben. Der Berater drückte mir zwei Autoschilder in die Hand (ich dachte falsch, als ich annahm, die würden vorab nach München geschickt werden). Mist Ich hatte nur einen kleinen Rucksack mit dem Navi für den Neuwagen dabei. Etwas zu essen und 1 Flasche Wasser. Somit sollten alle Unwägbarkeiten berücksichtigt worden sein für diesen aufregenden Tag.


"Der Zug der Zeit hat keine Haltestellen", sagte einmal Carl Merz. Bei meiner Fahrt war das ganz anders. Die Schilder ragten doch recht übergewichtig aus dem Rucksack raus, so daß ich mich bei jedem Umsteigen,  mit Hilfe der Spiegelung meiner Gestalt in einem Wagonfenster versicherte, dass ich die beiden Schilder noch nicht verloren hatte. Zweimal musste ich umsteigen, jedes Mal hatte ich das Glück,  mich recht nett und kurzweilig mit Mitreisenden zu unterhalten.


Wenn einer eine Reise tut  .... und bereut


Wenn einer eine Reise tut, so kann er was erzählen. Drum nähm ich meinen Stock und Hut. Und tät das Reisen wählen (Matthias Claudius)


Zum ersten Mal seit Jahren fuhr ich wieder Bahn und das erste Mal seit Jahren dachte ich mir, was habe ich da alles verpasst, weil ich fast alle Strecken immer mit dem Auto zurücklegte und dies meistens dann doch allein. Wenn man nicht so flexibel wäre mit einem eigenen Auto, hätte ich fast den Neukauf - jetzt  und hier - schon bereut. Sollte in unserer Kleinstadt, die Chancen stehen ja nicht schlecht, dann doch irgendwann Carsharing angeboten werden, werde ich kein eigenes Auto mehr besitzen, größere Fahrten mit der Bahn machen und für die Kurzstrecken oder solche Strecken, die mit der Bahn einfach zu lange dauern, die Carsharing Möglichkeit nutzen.


München - die bayerischen BMW Metropole


Mit der Bahn fuhr ich bis München Hauptbahnhof. Es war ein Sauwetter. Sogar die Bahn hatte Verspätung (Das sollte Sarkasmus sein. Dieser Umstand ist ja die Regel, nicht die Ausnahme). Kurz zum Infoschalter der Bahn, die Dame war nur teilweise mit Unwissenheit beschlagen. Was für ein Trost, die Bahn überrascht immer wieder. Immerhin konnte sie mir die erste Richtung angeben, mit die U-Bahnlinie (U1) nennen, mit der ich meinem Ziel dem Olympiapark, so lautet die Adresse der BMW Welt, näher kam. Eine nette Dame, die ich am Bahnsteig im U-Bahntunnel fragte, sagte mir dann, dass ich bis zum Olympia Einkaufszentrum fahren soll und dann noch einmal umzusteigen habe (U3). Mit letzter Linie dann 2 Stationen und ich war da. Raus aus der Unterwelt sah ich die die prächtigen BMW Gebäude dann direkt vor mir.  Trockenen Fußes und Hauptes erreichte ich den Haupteingang der BMW Welt.


Endlich: Angekommen zwischen Historie und Gegenwart


Die BMW Welt vereint Historie und Gegenwart heißt es auf der Webseite. In gut verständlichem Deutsch: Das Gebäude beinhaltet sowohl Museum mit der Technik und den Automobilen (dazu gehören nicht nur Autos) als auch Ausstellung mit den neuesten Modellen, die die BMW Group zu bieten hat.


Wie liebe ich die Kultur der überall vorhandenen und „einleuchtenden“ Informationsschalter. Die Dame zeigte lässig, nach meiner Frage wo ich hin muss, auf den Aufzug direkt hinter ihr. Der Lift ist exklusiv für die Neuwagen Kunden reserviert, die so wie ich Ihren neuen BMW hier in der BMW Welt abholen möchten. Ein Schild an der kleinen Absperrung am Lift wies darauf hin. Das hatte schon was „Du, das waren die anderen Besucher der BMW Welt, kommscht hier net rein“, - ich schon. Das hat schon etwas Erhabenes…


Als VIP Gast in der BMW Welt


In der dritten Etage angekommen, übergab ich den Empfangsdamen dann meine im Rucksack mitgebrachten Autokennzeichen. Es grenzt fast an ein Wunder, dass ich diese nicht während meiner vielen Umstiege verloren hatte.  


40 Minuten sollte ich mich jetzt gedulden. Solange brauche man um meine Abholung zu organisieren. Meine Frage ob es schneller ginge, wenn ich meine Kennzeichen selbst anschraube, wurde höflichst und lächelnd verneint.


BMW ein wirklich lobenswerter Gastgeber


Ich wurde eingeladen mich am Buffet in einer speziellen VIP Lounge gütlich zu tun. Es  gab winzige Tortenhappen, frischen Kaffee, kleine Wraps und jede Menge Salate. Nun ja hätte ich einen wirklich guten Kartoffelsalat essen wollen, bekanntlich der Stolz jeder schwäbelnden Hausfrau, hätte ich eine andere Automarke lieben müssen. Tue ich aber nicht, mein Herz schlägt für BMW. Zugegeben: Ich bin unverbesserlich.


Vorsprung durch Technik, aber nicht beim Kartoffelsalat


Zurück zum Catering: Lieber Michael Käfer, das geht besser (damit ist insbesondere der bereits oben angemahnte Kartoffelsalat gemeint, näher ins Detail will ich nicht eingehen, ich möchte nicht undankbar erscheinen. Aber immerhin und dem Münchner Feinkosthändler zu ehren, nach einer langen Anfahrt und einer Rückfahrt bei unbeständiger Wetterlage -  vorausschauend habe ich das Buffet auf der einen Seite hinauf und auf der anderen Seite hinunter gegessen.  


Die Kaffeemaschine hat mich so fasziniert, die Kaffeetasse liftete automatisch in die optimale Einschenkposition. Jetzt verstehe ich den Claim: „Vorsprung durch Technik“  - halt - da bin ich zwar in Bayern ebenfalls richtig, allerdings gehört dies Wortmarke dem anderen Konkurrenten, dem aus Ingolstadt mit vier statt fünf Ringen im Emblem.


Show Down bei BMW


Nachdem ich mich so für den weiteren Verlauf des Tages gut gerüstet und verwöhnt fühlte, begab ich mich zum verabredeten „Meeting Point.“ Dort waren drei Bildschirme aufgebaut, auf einem davon stand mein Name, bereit und auf meine BMW Hostess wartend. Sehr nett und freundlich wurde ich abgeholt. Wir fuhren mit dem Lift zur „Abhol-Base“ wo mein Wagen, den ich zuvor schon von oben durch eines der Panoramafenster sehen konnte stand.


Aber was ist das? Kein roter Teppich, keine Trompeten-Fanfaren. Keine Bayernhymne? Hmm, die hatte noch extra auswendig gelernt, für den Fall der Fälle, und die beginnt so:


Gott mit dir, du Land der Bayern, Heimaterde, Vaterland! Über deinen weiten Gauen, walte Seine Segenshand! Er behüte deine Fluren, schirme deiner Städte Bau und erhalte dir die Farben deines Himmels, weiß und blau!


Wo sind Siegfried und Roy, wo der Pole Dance?


Ich wartete immer noch ungeduldig, da musste doch noch was kommen? Ein junges hübsches Ding, das sich an einer im Verkaufsraum angebrachten Polestange lasziv räkelt und hoch- und noch lasziver runterrutscht, den freien Fall mit der Zunge am Metallstab geschickt bremsend? Oder doch zumindest zwei Siegfried und Roy Look-A-Likes, die einen weißen Tiger in meinem neuen BMW (hoffentlich für immer) verschwinden ließen? Nichts von alledem!


Waren meine Ansprüche zu hoch? Ich fand meine Erwartungen  waren eher angemessen, denn: Obwohl ich den Wagen praktisch selbst abhole, nennen wir es einmal Werksabholung, musste ich um die 600 € "Überführungskosten zahlen" - Da erwartet man doch etwas mehr als einen feinen, netten, erfrischenden Imbiss.


"Werksabholung" und trotzdem Überführungskosten!


Auch wenn bei Mercedes bei Selbstabholung die „Überführungskosten“ nicht anfallen. Bei BMW schon! Und das finde ich, höflich ausgedrückt, liebe BMW echt Scheisse! Jetzt könnte man argumentieren, dass die Stuttgarter, dies Überführungskosten wahrscheinlich im Kaufpreis inklusive haben, kann aber auch nicht sein, denn die die in den Niederlassungen von Mercedes ihr Gefährt abholen, diese dort zahlen. Verdammt BMW, lasst meinen Vorwurf nicht auf Euch sitzen!


Liebe BMW - denkt nach und gelobt Besserung!


Gut, aufgrund der schlechten Wetterlage, weshalb ich möglichst zügig mit dem neuen Wagen die Rückfahrt antreten wollte, besuchte ich weder die Ausstellung der BMW Welt, die übrigens für alle Besucher (auch die die keinen neuen BMW hier abholen) gratis und sicherlich zu empfehlen ist noch das BMW Museum (wäre der Besuch als VIP Gast eigentlich gratis gewesen? Wenn nicht auch kein Beinbruch, für einen Ausflug in die 100 jährige Geschichte des Hauses ist nur ein angemessen, geringer Eintrittspreis von 10 € zu berappen, die hätte ich auch noch dabei gehabt)


Zurück in die Gegenwart:  Präsentation und Verabschiedung


Ulrike war wirklich großartig! So ausgiebig wurde mir bei den früheren Abholungen in den BMW Niederlassungen nie der Wagen erklärt.  Mit stoischer Geduld, ähnlich wie die Stimme meines Navigationssystems, das mich geduldig immer wieder bei meinen Falschabbiegern in die richtige Spur, bzw. Richtung bringt, ich bin ja wirklich nicht einfach (wer hätte das gedacht, wenn er die obigen Zeilen liest...) zeigte sie mir die neuen Funktionen, die die neue Version meines BMW 1sers zu bieten hatte.  Insbesondere bei der Erklärung des neuen Bordcomputers, dessen Tasten und die dahinter liegenden Sonderfunktionen Ulrike beherrschte wie der Konzertpianist Lang Lang bei der Wiedergabe seiner New York Rhapsodie, war meine Aufmerksamkeit fast überfordert ...


BMW immer für eine oder mehr Überraschungen gut!


Zwangsläufig komme ich aus dem "Ländle" in dem es heißt  (zumindest haben bisher alle meine Chefs, ohne Ausnahme, die blöde Angewohnheit gehabt, dass "net gescholte, genug gelobt ist",  allerdings hatte ich zuvor ja etwas vom Leder gezogen. Zeit jetzt, ein wenig Demut zeigen und um mea culpa zu bitten.


Ich war doch ziemlich überrascht, obwohl ich mit meinem BMW Berater in der Niederlassung den Wagen so zusammenstellen ließ, dass er die gleichen Eigenschaften und Features hat wie zuvor, um finanziell nicht aus dem Rahmen zu fallen, dass dieser jetzt viele nützliche Extras enthielt.  Jetzt hält die Klimaanlage via Automat konstant die Innenraum-Temperatur, die Parkassistenz mit den Sensoren an Bug und Heck, jetzt optisch sehr hilfreich auf einem kleinen Monitor zu sehen, ein Tempomat für die langen Fahrten. Und die Fußmatten, die musste ich für den letzten Wagen noch bei Amazon kaufen, die sind jetzt ebenfalls inklusive!


Immerhin: 20 Liter Tiger im Tank


Das Wetter wurde immer schlechter, draussen, das konnte man durch die riesige Fensterfront sehen. Ulrike wies mich darauf hin, dass der Wagen mit mit 20 Litern Benzin betankt war, so daß ich erst irgendwann auf dem Heimweg an einer Tankstelle vorbei müsste. Den letzten Hinweis gab mir Ulrike noch auf den Weg, die ersten 1000 Kilometer  sollte man den Wagen schonend einfahren. Des Hinweises hätte es gar nicht bedurft, zumal ich in der Familie den Ruf habe, dass mein Fahrstil dem eines Frührentners entsprechen würde. Diese Annahme, stellte ich später zu Hause fest, war gar nicht so falsch, zumal ich mit den 20 Litern im Tank ohne Nachtanken die 350 Kilometer nach Hause spielend schaffte...


















Das finde ich Scheiße: Mein Auto in der BMW Welt abholen