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Eutonie - Ein Weg zum Gleichgewicht im Alltag

Seinen Körper zu erleben, das heißt, sich selbst zu entdecken und anzunehmen. Die körperlichen Selbsterfahrungen der Eutonie führen zu einem konkreten Ich-Bewusstsein: „Mein Körper, das bin ich.“ Wer sich selbst achtsam begegnet, lebt mit sich und seiner Umwelt in Harmonie.


Jeder Mensch hat seinen so genannten Grundtonus, seine persönliche Grundspannung. Bei gesunden Menschen reagiert dieser Tonus angemessen auf die aktuelle Lebenssituation: Er sinkt bei Erschöpfung, Resignation und Müdigkeit, er steigt bei Freude, Glücksempfinden, intensiver Arbeit und Stress. Die Anpassung selbst geschieht meist unbewusst, aber ihre Auswirkungen sind spürbar. Wenn beispielsweise durch Belastungen wie Dauerstress, Lebensängste, Traumata diese Flexibilität der Anpassung verloren geht, verfestigen sich die Spannungen – dann erscheint das Leben ermüdend und anstrengend. Wenn man gar nicht mehr „ull ãherunterkommt“ und sich wie in einem Hamsterrad gefangen fühlt, kann Eutonie helfen, zur Ruhe zu kommen und loslassen zu können. Sie ist aber auch umgekehrt ein Weg, um im Alltag Spannung aufbauen zu können, etwa wenn der Elan fehlt, Neues im Leben anzupacken. Ziel der Eutonie ist es, der Körperspannung ihre ursprüngliche Flexibilität zurückzugeben und über diesen Weg das körperliche und seelische Wohlbefinden zu steigern.


Geist und Seele lernen vom Körper


Die Eutonie ist eine Körperarbeit. Sie gehört zu den somato-psychischen Verfahren, die über körperliche Prozesse hinaus auf das geistige und seelische Gleichgewicht wirken. Begründerin der Eutonie ist die deutsche Rhythmik-Pädagogin Gerda Alexander (1908 – 1994). Sie litt unter rheumatischem Fieber und entwickelte Übungen, die ein Minimum an Muskelkraft erfordern. Dadurch ließen sich Bewegungsabläufe verbessern und Verspannungen lösen. Wie Feldenkrais und die Alexander-Technik wurde diese Entwicklung von der Reformpädagogik der Dreißiger Jahre beeinflusst. Deshalb wird Eutonie auch als pädagogisches Konzept beschrieben. Eingesetzt wird die Kombination aus pädagogischen und therapeutischen Elementen im Bereich Gesundheitsprävention und Regeneration sowie in künstlerischen Bereichen.


Die Wirklichkeit des Augenblicks spüren


Wer das erste Mal eine Eutoniestunde besucht, wird sich anfangs wundern: Es gibt weder angeleitete Übungen wie z. B. beim Yoga noch erlernbare Techniken wie im Gymnastikunterricht. Ebenso wird auf das Vormachen von Bewegungen, auf Suggestion und Musik sowie auf eine Bewertung dessen, was der Klient tut, verzichtet. Ein guter Eutonie-Therapeut beziehungsweise -Päull Šdagoge forscht gemeinsam mit seinem Klienten nach dessen Möglichkeiten und fördert sie.


Die Übungen dienen allein dazu, mit dem eigenen Körper vertrauter zu werden und die Fähigkeit zu entwickeln, die Körperspannung zu beobachten, wahrzunehmen und im Laufe der Zeit bewusst regulieren zu können. Sie unterliegen dabei den Grundprinzipien der Eutonie: Berührung, Kontakt und Transport. Die „Berührung“ mit dem Boden oder verschiedenen Gegenständen soll dabei helfen, ein Körperbewusstsein zu entwickeln. Der „Kontakt“ über die Berührungsflächen hinaus soll dabei helfen, die eigene Kontaktfähigkeit zu schulen. Mit Hilfe von Übungen nach dem Prinzip „Transport“ sollen die Teilnehmer schließlich lernen, sich kraftsparender aufzurichten und gelenkschonender zu bewegen. Die Erfahrungen werden in lockerer Kleidung zu Beginn am Boden, später im Sitzen, Stehen und Gehen gesammelt: Räkeln, Strecken, Dehnen, sich von einer Wand abstoßen, Bewegungen der Gelenke erforschen, einen Tennisball unter dem Fuß rollen – alles dreht sich um das eigene Empfinden und Erleben.


So wird zum Beispiel nicht gesagt: „Ihr Arm liegt schwer am Boden“, sondern gefragt: „Wie fühlen Sie das Gewicht Ihres Armes?“. Durch neutrale Aussagen und Fragen werden die Teilnehmer angeregt, ihren Körper bzw. bestimmte Körperteile, seine Bewegungsmöglichkeiten und seine Einschränkungen wahrzunehmen. Bewegungen werden ruhig und achtsam ausgeführt, so dass ein Gefühl für das Zusammenspiel von Muskeln, Sehnen und Knochen spürbar wird. Harte und weiche Bälle, Stäbe oder Kastaniensäckchen helfen dabei, den Körper erlebbar zu machen. Pausen zwischen den Übungen geben immer wieder Zeit zum Nachspüren. Das wachsende Körperbewusstsein führt zu einem besseren Umgang mit sich selbst. Wenn sich die Tonusfixierungen lösen, werden Bewegungen freier und leichter. Neben den körperlichen Verspannungen können sich damit auch geistige und seelische „Fixierungen“ lösen.


Eutonie - Durch flexible Spannung zur inneren Balance


Die Eutonie wird in Gruppen und in Einzelstunden vermittelt. Sie wendet sich an Menschen jeden Alters, die etwas für sich selbst tun möchten, die sich selbst entdecken und ihre Kontaktfähigkeit zur Umwelt verbessern möchten. Besondere Kenntnisse sind nicht erforderlich. Weniger geeignet ist sie für Menschen, die unter schweren akuten Erkrankungen, Psychosen oder Abhängigkeiten leiden. Dann wird eine Rücksprache mit dem behandelnden Therapeuten empfohlen.


Die Anwendungsgebiete sind vielseitig. Ergänzend zu einer psychologischen Behandlung wirkt die Eutonie durch ihren einfachen Realitätsbezug positiv bei Realitätsverlust, Traumata und psychischen Fixierungen wie zum Beispiel bei Depressionen. Darüber hinaus wird sie eingesetzt bei Erkrankungen des Muskel- und Bewegungssystems wie Wirbelsäulenschäden, Arthrose, Rheuma, Fehlhaltungen und Bewegungseinschränkungen durch neurologische Störungen. Empfehlenswert ist die Körperarbeit auch bei Stresssymptomen wie Migräne, Bluthochdruck, Atemproblemen und Burnout-Syndrom.


Eutonie ist jedoch keine medizinische Heilbehandlung, sondern vermittelt mit ihren Übungen Achtsamkeit sich selbst und der Umwelt gegenüber. Durch diese Erfahrungen mit allen Sinnen führt sie zu Lernprozessen, die über den Weg der Köull šrperwahrnehmung positiv auf die die Psyche wirken.


Wie der Musiker die Saiten seines Instrumentes stimmt, damit ihr Ton richtig klingt, so hilft die Eutonie dabei, Körperspannung und psychische Stimmung an die Anforderungen des Alltags anzupassen.


Der Berufsverband DEBEGA


Der Name Eutonie Gerda Alexander ist gesetzlich geschützt. Der 1997 gegründete Deutsche Berufsverband für Eutonie Gerda Alexander (DEBEGA) vergibt das berufliche Nutzungsrecht an alle Ausgebildeten für Eutonie-Pädagogik und Eutonie-Therapie, die ein Zertifikat oder Diplom an einer vom DEBEGA anerkannten Ausbildungsstätte erworben haben. Mehr Informationen unter www.eutonie.de


1959 – das Schlüsseljahr der Körperarbeit


1959 organisierte Gerda Alexander in Kopenhagen den ersten Internationalen Kongress für Entspannung und natürliche Bewegung. Dort stellte sie ihre Methode unter dem Namen Eutonie vor. Viele Gründer und Vertreter der Methoden, die dem Körperbewusstsein gelten, präsentierten dort ihre Arbeit. Unter anderem sprach Moshe Feldenkrais über seine Methode „Bewusstheit durch Bewegung“, Frank Pierce Jones vertrat die „F. M. Alexander-Technik“, Volkmer Glaser, ein Schüler von Dr. Johannes Friedrich Schmitt, präsentierte die Atemtherapie und die Tanzpädagogin Rosalia Chladek stellte die nach ihr bekannte Tanztechnik Chladek-System vor. In einem Interview sagte Gerda Alexander: „Wenn wir alle, die wir vom selben Feuer ergriffen sind, dieselben Grundgedanken haben und dieselben Beobachtungen machen, muss hieraus mehr entstehen können zum Wohle der Menschheit.“



Die Prinzipien der Eutonie


Das wohl schwierigste, aber auch wesentlichste der Eutonie ist die Grundeinstellung: Sich wahrzunehmen, sich anzunehmen, sich zu respektieren und sich nicht zu bewerten.


Berührung:

Die Berührung mit dem Boden und Objekten wirkt auf die Haut und stimuliert das sensomotorische Nervensystem. Sie fördert die Aufmerksamkeit für den eigenen Körper und hilft bei der Entwicklung des Körperbewusstseins.


Kontakt:

Über die Haut mit ihrem Tastsinn wird Kontakt zu dem berührten Objekt aufgenommen, auf das sich die Körperspannung einstellt.


Transport/Aufrichtung:

Das Gewicht des Körpers folgt der Schwerkraft zum Boden. Der Boden wirkt gegen die Schwerkraft zurück auf den Körper und trägt ihn. Diese Tragkraft überträgt sich auf das gesamte Skelett, dessen Statik für eine natürliche Aufrichtung sorgt und kraftsparende Bewegung ermöglicht.


Karin Schaefer

Ausbildung Eutonie-Pädagogik, Therapie und Bewegungsgestaltung 1977 – 1980 in Kopenhagen, Feldenkrais-Ausbildung mit Zertifikat, Arbeit in Arztpraxis für Neurologie/Psychiatrie, eigene Praxis

Gründung und Leitung der Gerda-Alexander-Schule 1987 – 2006, Vorträge und diverse Publikationen.



Danke für die Bereitstellung des Artikels durch

www.gesundemedizin.de