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Blackout - und plötzlich ist die Leere da

Ein typisches Phänomen: Man befindet sich in einer Prüfung, man kennt den Stoff und steht dennoch plötzlich auf dem Schlauch. Denkblockaden versperren den Zugang zu unserer inneren Datenbank und lassen uns in Hilflosigkeit erstarren. Wie kann man aus dieser peinlichen Lage wieder herauskommen? Tatsächlich gibt es den einen oder anderen psychologischen Trick, mit der man die Sperre lösen kann.


Der soll sich bloß nicht hinter mich stellen und mir über die Schulter sehen. Das irritiert und ich verlier' den Faden!“ oder „Ich möchte nicht vor der ganzen Gruppe reden, da fällt mir nichts mehr ein!“ Sätze, die vielen Menschen nicht unbekannt sind. Gedankenstille im unpassenden Moment. Ein verkrampftes Suchen nach den richtigen Antworten und die Enttäuschung, weil es mal wieder nicht funktioniert hat. Danach die Analyse – wo ist was falsch gelaufen: Vielleicht war man einfach nicht genug vorbereitet? „Konzentrier dich und bewahre beim nächsten Mal Ruhe!“ lautet häufig der gut gemeinte Ratschlag. Wenn es wirklich so einfach wäre, würde es ab dem nächsten Mal wirklich besser laufen. Aber das ist ja das Dilemma: Auch beim nächsten Mal ist die Leere da und beim übernächsten und auch danach. Jetzt aber gepaart mit Angst und Zweifel. Um es vorweg zu nehmen: Auf rein kognitiver Ebene kann man einem Blackout oder einer Denkblockade nicht begegnen.



Blackout - Woher kommen Denkblockaden?


Eine Denkblockade und der gefürchtete Blackout sind „normale“ Reaktionen auf unsere Umwelt. Jede Situation, in der wir uns befinden, wird ständig mit schon früher erlebten Situationen verglichen und auf Risiken untersucht. Wird ein Risiko erkannt, reagiert der Körper, indem der Angriff-oder-Flucht-Mechanismus ausgelöst wird. Wir kennen dies aus dem Tierreich: In einer lebensbedrohlichen Situation greift die Springmaus schon einmal eine Schlange an oder sie läuft einfach nur davon. Beides als Impulshandlung, ohne lange darüber nachzudenken. Sind beide Möglichkeiten nicht mehr machbar, bleibt nur noch eine Wahl: Die Springmaus stellt sich tot und harrt der Dinge, die da kommen …


Was hat das nun mit einer alltäglichen Situation im Berufsleben Erwachsener oder mit der Mathearbeit bei Schülern und Studenten zu tun? Nun, auch hier reagiert unsere Amygdala – das ist der Bereich unseres Gehirns, der für diese Art von Reaktion zuständig ist. Die einzige Aufgabe der Amygdala ist dabei, unser Überleben zu sichern. Hatte man also in einer vorangegangenen ähnlichen Situation in der Vergangenheit ein negatives Erlebnis, ist dieses gespeichert – unsere Amygdala wird aktiv. Größter Lieferant für negative Erlebnisse, auf die die Amygdala gerne zurückgreift, ist unsere eigene Schulzeit. Wie oft sind wir da in unangenehme Situationen geschlittert? An der Tafel etwas zeigen oder vorrechnen – wie peinlich, wenn man einen Fehler macht und die Klasse lacht. Ein Referat halten – ebenso peinlich, wenn man sich verspricht. Der Lehrer schaut einem während der Klassenarbeit über die Schulter und geht wortlos, aber mit einem Kopfschütteln, von dannen. Situationen wie diese gibt es wie Sand am Meer.


Das Verblüffende ist, dass all diese kleinen und irgendwie auch alltäglichen Situationen von unserer Amygdala als Lebensbedrohung erkannt werden können. Können, nicht müssen, das ist schon klar, aber wenn sie als solche angesehen werden, ist jede ähnliche zukünftige Situation in den Amygdala-Kreislauf integriert. In der neuen Situation wird diese dann präventiv aktiv und löst den Angriff-oder-Flucht-Mechanismus aus. Aber seien wir einmal ehrlich: Ein Angriff gegen den Chef sollte gut überlegt sein und wird deshalb selten gestartet. Ein Weglaufen vor einer schwierigen Aufgabe kann sich in einem krankheitsbedingten Ausfall äußern: Plötzliche Bauchschmerzen oder eine Übelkeit können hier als Indikator dienen. Vielen bleibt nur die letzte Variante: Man stellt sich tot, lässt die Situation über sich ergehen. Wenn die Situation vorüber ist, kann man zwar aufatmen, weil man sie „überlebt“ hat. Es bleibt aber die Scham über das Nicht-Meistern der Aufgabe.



Blackout - Wie kommt man aus dem Dilemma?


Positives Denken und gute Worte alleine bringen einen hier nicht weiter. Die Amygdala ist ein kleiner autarker Teil unseres Gehirns, der sich – einmal im Gange – einfach nichts sagen lässt. Alleine eine Analyse des Geschehens und ein gutes, ermunterndes Zureden helfen wenig. Hier müssen andere, mitunter unkonventionelle Methoden zu Hilfe gezogen werden: Eine dieser Methoden ist die von dem Amerikaner Gary Craig entwickelte „EFT – Emotional Freedom Technique“, die auch in Deutschland immer mehr Verbreitung findet. Es handelt sich dabei um Blockadelösung mittels Klopfen, die von der traditionellen chinesischen Akupunktur inspiriert wurde. Mit einfachem „Beklopfen“ bestimmter Meridianpunkte im Gesicht und am Oberkörper gelingt das, was gutes Zureden und stundenlanges Diskutieren nicht vermögen: Die körperlichen Reaktionen und die zu einer Situation gehörenden negativen Gefühle werden dauerhaft ausgelöscht. Man erfährt Erleichterung und kann plötzlich wieder befreit agieren, wo vorher nur Leere und Nebel im Kopf oder ein Knoten im Bauch waren. Es klingt banal und ist doch so einfach: Man muss sich nur auf das Gefühl konzentrieren und dabei mehrmals mit leichtem Fingertippen eine Abfolge von ein paar Meridianpunkten stimulieren und der Spuk hat ein Ende.



Ruth Meinhart

www.gedankensprungverlag.de  



Danke für die Bereitstellung des Artikels durch

www.gesundemedizin.de